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Ohne Zweifel gehört Don Potter zu den großen und einflussreichen Lob- preismusikern und Anbetungsleitern unserer Zeit. Leider muss ich zugeben, dass ich bisher noch nicht die Gelegenheit hatte, ihn persönlich kennen zu lernen oder zu erleben. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem durch seine Mitwirkungen bei den »MorningStar«- und »Levitenkonferenzen« in der Schweiz bekannt geworden. Nach allem, was ich von Teilnehmern und Kollegen gehört habe, ist Don Potter eine beeindruckende Persönlichkeit. Auch sein Buch sticht nach Stil und Inhalt aus der Zahl der hier vorgestellten Bücher heraus.
Dennoch kann ich mich nicht durchringen, sein Buch hier ohne Einschrän- kung zu empfehlen. Das liegt vor allem daran, dass Don Potter in seinem Umgang mit der Bibel mit den Worten und Texten überaus frei umgeht. Man mag das seiner künstlerischen und prophetischen Ader zuschreiben, aber es wird dadurch nicht richtiger. Obwohl er offensichtlich weder die hebräische noch die griechische Sprache versteht, arbeitet Don Potter sehr intensiv mit diesen beiden Sprachen, was leider zu vielen Irrtümern und Fehlern bei der Auslegung, Erklärung und Begründung biblischer Einsichten führt. Durch die Übersetzung ins Deutsche wird es manchmal noch zusätzlich kompliziert. Auch seine Beschreibungen von Gewohnheiten und Bräuchen aus bibli- scher Zeit entnimmt Potter, wie er selbst mehrmals betont, oft eher seinen ei- genen prophetischen Einsichten als dem Bibeltext selbst. Daher ist bei die- sem Buch immer da Vorsicht geboten, wo auf biblische Texte und deren ver- borgene Bedeutungen Bezug genommen wird. Zudem ist das Buch nicht systematisch aufgebaut, sondern aus verschiedenen Vorträgen und Aufsät- zen zusammengearbeitet, was es manchmal schwer macht, den roten Faden zu finden.
Sieht man aber davon ab und beschränkt sich auf diejenigen Teile, in denen Don Potter eigene persönliche Erfahrungen, geistliche Einsichten und prak- tische Hinweise weitergibt, dann bleibt dieses Buch aber dennoch sehr wert- voll. Gerade die bewegte Geschichte des Autors, der lange Jahre als profes- sioneller Studiomusiker und noch längere Zeit als Lobpreisleiter in vielen ver- schiedenen Gemeinden gearbeitet hat, gibt vielen seiner Einsichten eine besondere Überzeugungskraft. Ein zentrales Thema ist für ihn dabei die Per- sönlichkeit des Musikers und seine Kämpfe gegen Stolz, Angriffe, Selbst- zweifel, und sich selbst. Aber auch Begriffe wie Salbung, Begabung, Geist- licher Kampf, Entertainment, Prophetie werden behandelt. Im letzten Kapitel geht es dann um ganz praktische Fragen: »Wie fange ich an, wie suche ich die richtigen Leute, wie groß sollte die Band sein?» Ordentlich Schmunzeln musste ich beim Lesen eines ausführlichen Abschnitts über das Problem des »Tamburins». Dass das endlich mal jemand geschrieben hat! Man hat es ja immer schon gedacht aber sich nie getraut, es laut zu sagen.
Fazit: Mit etwas Vorsicht zu geniessen, aber dennoch mit Gewinn zu lesen.
(Don Potter: Facing the Wall. Das Geheimnis von Lobpreis und Anbetung. Für Lobpreisleiter, Musiker und alle, die gerne anbeten. Schleife Verlag 2004. € 13,95)
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