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»Jesus first« - so lautet das Motto des bundesweiten christlichen Jugend- kongresses »Christival« im Oktober 2002. »Jesus zuerst - Hören und Beten« - unter diesem Titel startet seit dem 11. Januar überall in Deutschland die dazugehörige Bewegung des Gebets, in der junge Leute das Motto »Jesus First« ins Gebet umsetzen: In Gebetsabenden ihrer Gemeinde, auf regiona- len Gebetstagen in 16 Orten Deutschlands, und in einem Online-Gebetsfo- rum im Internet. Diese CD ist der Live-Mitschnitt eines Gebetskonzertes unter diesem Thema, das im Rahmen des »Christival Creativ Kongresses« im Ok- tober 2001 gefeiert wurde.
Mit Musikern wie Albert Frey, Lothar Kosse, Markus Watta, Martin Varnholt, Hans-Werner Scharnowski und Daniel Jakobi und den Stimmen von Andrea Adams-Frey, Stefanie Heinen, Johannes Falk und Andreas Volz bringt die- ses Konzert Leute zusammen, die nicht nur musikalisch, sondern auch per- sönlich eine Weite und Vielfalt in dieses Projekt einbringen, die auf deut- schen Lobpreis-Produktionen bisher selten war.
Auch die Songauswahl spiegelt diese ungewöhnliche Weite wieder, die ein Merkmal des gesamten Christival-Prozesses ist: Zu den Autoren zählen ne- ben den beteiligten Musikern Albert Frey und Lothar Kosse weitere bekannte Anbetungsleiter und Songwriter wie Martin Pepper, Christoph Zehendner, Carsten Groß, Daniel Jacobi und Projoe. Außerdem sind Songs internationa- ler Autoren wie Brian Doerksen, Brenton Brown und Matt Redman hier in deutscher Fassung zu hören.
Musikalisch bietet die CD eine Spannbreite von fetzigen Grooves (z.B. »Es geht los«, »Wir schämen uns nicht«, »Deine Liebe trägt mich«) bis zu ruhi- gen Balladen (»Wertvoll«) und staunend-geheimnisvollen Anbetungssongs (»Messias«, »Herr des Alls«). Dennoch sprengt die CD in manchen Aspek- ten den Rahmen der gewohnten deutschen Lobpreisproduktionen: Zum einen durch die live aufgezeichneten Gebete, Lesungen und Moderationen, die mit auf die CD genommen wurden - sicher ungewohnt beim Zuhören, aber ein wichtiger Teil des Gesamtkonzepts. Auch die Songtexte sind stel- lenweise ungewöhnlich, aber vielleicht heilsam für die an manchen Stellen so eingefahrene deutsche Songwriting-Szene: So etwa die beiden Songs »Verlass mich nicht« und »Hab Erbarmen«, die das in der Bibel so wichtige, aber in der modernen Gottesdienstkultur so oft vernachlässigte Genre des Klagelieds wieder neu aufnehmen. Ungewöhnlich sind auch breite Passa- gen mit instrumentaler Musik, die Raum schaffen zum Hören auf Gott. Hier wird etwas deutlich davon, was die Bibel meint, wenn sie davon redet, dass Musiker »auf ihren Instrumenten prophetisch spielen« (1. Chr. 25,3). Und un- gewöhnlich ist auch der mitgelieferte Materialteil auf CD-ROM, der nicht nur alle Lieder als Notenausgabe und als Leadsheet für Bandarrangements ent- hält, sondern auch ausführliche Artikel verschiedener Musiker und Jugend- leiter zum Thema »Hören und Beten«
Fazit: Keine gewöhnliche Lobpreis-CD, sondern Dokument geistlichen Pro- zesses: Musikalisch hohe Qualität, gepaart mit geistlicher Tiefe und inhaltli- cher Weite. Diese CD könnte ein Trendsetter werden, hin zu einer neuen Tiefe in der deutschen Lobpreiskultur, und einer neuen Offenheit für das Re- den Gottes in der Anbetung.
Anspieltipps: #1 - Es geht los, #7 - Messias, #9 - Gnade und Wahrheit, #13 - Wertvoll. Mehr Infos unter www.christival.de.
(Review: Guido Baltes)
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