|
Das neue Album von Judy Bailey hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht: Schon die ersten Takte des ersten Songs setzen eine Atmosphäre, die man von Judy Baileys bisherigen Produktionen nicht gekannt hat: Rockige Brit- Rock-Gitarren lassen eher an eine Produktion aus dem Hause Soul Survivor oder Delirious denken. Die CD startet mit energiegeladenen und sprizigen Bekenntnis zu Jesus, dass Judy eigens für den Jugendkongress »Christival« im Oktober dieses Jahres geschrieben hat: Jesus First! Aber es ist nicht die leichte, beschwingte Energie, die man von Judys früheren Alben kennt und erwartet, sondern kraftvoller und fetter Rocksound, der Stadionatmosphäre schnuppern lässt. Gerade der richtige Sound also für ein Jugendfestival dieser Dimension. Aber es ist nicht nur die Musik, die an diesem Album überrascht: »Der Cha- rakter des Albums ist mehr Worship als je zuvor«, sagt Judy selbst über ihr Album. »Wir wünschen uns, dass einige Lieder den Weg in Songbooks und Gemeinden finden.« Und dafür gibt es gute Chancen. Nachdem Judys Song »Jesus in my house« aus dem Jahr 2000 inzwischen überall in Deutschland zum Liedgut-Standard gehört, liefert sie jetzt ein ganzes Album, dessen Grundrichtung Anbetung heißt: Wie schon der Titel sagt, sind ihre Songs nicht nur zum Mitsingen und Mitfeiern gedacht, sondern sie laden ein, zu Gott hinzurennen und ihn anzubeten.
Musikalisch der deutlichste Unterschied zur bisherigen Judy Bailey sind wohl die fetten E-Gitarren-Sounds - die Hand von Lothar Kosse an der Gitarre, am Arrangement und an der Produktion ist unverkennbar. Meines Erachtens aber ein absoluter Gewinn.
Natürlich wäre es nicht Judy Bailey, wenn nicht auch ein paar karibische Klänge auf der CD zu hören wären. Am deutlichsten bei »Don’t you know«, einem waschechten Reggae-Titel. Aber auch der Samba-Titel »Fill me with fire« liegt ganz auf dieser Linie.
Für die Produktion hat Judy sich - neben Lothar Kosse - einige namhafte Mu- siker dazugeholt, aus Deutschland als auch aus England: Roy Johnson, der kürzlich noch mit den »No Angels« auf Tour war, die »Söhne Mannheims« Florian Sitzmann und Ralf Gustke, der Gospel-Reggae-Chor »Re:mission« aus Birmingham, die Londoner Sängerin Eska Mtungwazi und viele andere.
Und als besonderes Bonbon am Ende gibt’s eine neue Version von »Jesus in my House«, live aufgenommen bei der Cologne Worship Night in Köln.
Anspieltips: # 1: Jesus first, # 5: Call for mercy, # 9: Reason to praise, # 11: Jesus in my house. Audioclips gibt es unter www.judybailey.de.
(Review: Guido Baltes)
|